Pfarrkirche Sankt Quirin

Die Pfarrkirche Sankt Quirin ist eine katholische Kirche, die bis zum Jahr 1803 als Klosterkirche der Abtei Tegernsee gedient hat. Dieses renommierte Kloster spielte für über ein Jahrtausend die wichtigste Rolle in der Regionalgeschichte des Tegernseer Tals und bestimmte maßgeblich dessen wirtschaftliche und kulturelle Geschicke. Darüber hinaus zählte es auch zu einem der größten und wohlhabendsten Klöster ganz Deutschlands. Im Zuge der Säkularisierung gegen Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster jedoch nicht nur enteignet, sondern auch flächenmäßig stark verkleinert – die Klosterkirche überlebte diese Restrukturierungsmaßnahmen jedoch, und fungiert seither als Pfarrkirche der Region.

Das Gebäude des auch St. Quirinius genannten Gotteshauses spiegelt architektonisch die lange und wechselhafte Geschichte des Klosters Tegernsee wieder. Erweckt die Kirche von außen auch einen relativ schlichten Eindruck, so bezaubert ihr Inneres mit einer stilvollen Kombination aus marmornen Säulen, filigranem Stuck und farbenfrohen Deckengemälden. Letztere stammen aus der Hand des Malermeisters Asam, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sowohl die Wundertätigkeit des Hl. Quirinius als auch den Leidensweg Christi an den Wänden und Bogengängen der Kirche verewigte. Höhepunkt dieser Gemälde ist das runde Kuppelgemälde im Hauptschiff, welches die Szene der himmlischen Vollendung darstellt.
Die Baustruktur der Kirche ist übrigens wesentlich älter als ihr Inneres: Der Gebäudegrundriss stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist in Form einer dreischiffigen Basilika angelegt. Auch die beiden Glockentürme können noch auf diese Zeit zurückdatiert werden. Der Großteil der Kirchenschätze, wertvollen Altäre und Fresken, die zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert entstanden sind, sind inzwischen jedoch verloren gegangen oder als Ausstellungsstücke in den verschiedenen kunsthistorischen Museen Bayerns zu besichtigen. Das Herzstück der Pfarrkirche Sankt Quirin bildet nach wie vor der Reliquienschatz des Hl. Quirinius, der im 9. Jahrhundert von den Klostergründern Otkar und Adalbert aus Rom an den Tegernsee überführt wurde. Er ist auf dem eindrucksvollen Hochaltar ausgestellt, der aus Holz gefertigt wurde und aus dem Jahr 1668 stammt. Der Feiertag des Hl. Quirinius ist der 16. Juni.

Die Pfarrkirche Sankt Quirin wurde zwischen 1998 und 2004 umfassend restauriert; der Eintritt ist kostenlos. Sie ist einer der wenigen Teile des Schlosses und ehemaligen Klosters Tegernsee, der heute noch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.